Duisbargum

Das Musterreych am Niederrhein

Es war die schwere Zeit nach dem ersten Weltkrieg – mit materieller und geisti­ger Not als Folgeerscheinung – als sich einige alte Schlaraffen in Duisburgs Mauern zusammenfanden, um eine Stätte schlaraffischen Geistes zu schaffen, damit eine Fluchtburg aus dem stürmischen Leben der Profanei entstand, damit sich auch neuer Lebensmut entwickeln konnte. Einige fahrende Sassen schon be­stehender Reyche, die profan in Duisburg beschäftigt waren, trafen sich schon gegen Ende des Lethemonds a.U. 63 – also Oktober 1922 – und hielten Ausschau nach Männern, die für Schlaraffia zu begeistern waren. Und das mit beachtlichem Erfolg. Schon nach relativ kurzer Zeit war der schlaraffische Geist in Duisburg fest etabliert. Als Reychsfarben wurde grün/schwarz bestimmt und der Raum für das Sippungsgeschehen war dann die Burg Rheintrutz.

Schon bald tauchte der Gedanke auf, einen eigenen festen HPrunz von Pruntzelschützorst für den Uhu zu errichten. Hier zeigte sich dann auch die große Opferfreudigkeit der Sassen, und mit Hilfe beachtlicher Stiftungen hatten die Duisbargen auch bald eine eigene Burg. Die schwierigen profanen Verhältnisse in Duisburg sollen hier auch er­wähnt werden, Durch scharfe Bestimmungen der Besatzungsbehörden während der Ruhrbesetzung wurden auch ab und zu Sippungen unterbunden. So mußte beispielsweise ein geplanter Ausritt mit Burgfrauen im Lenzmond a.U. 64 – also im März 1923 – verschoben werden. Aber auch diese Zeit verging. Uhu ließ seine Weisheit walten und Duisbargum entwickelte sich ständig weiter zu einem herrli­chen Reych.

Die historische Entwicklung in Deutschland hatte auch für Schlaraffia ihre Fol­gen. Es wurde schließlich politischer Druck ausgeübt, und so manches Reych er­losch. Es gab aber einige Sassen, die in einem Kegelklub „Ehe“ den Geist der Schlaraffia bewahrten. Und die Zeiten wurden schwieriger. Schließlich war auch Kegeln nicht mehr möglich, das Lokal der Zusammenkünfte durch Kriegseinwir­kungen zerstört.


Aber die Uhufinsternis wurde überwunden und im Wonnemond a.U. 87 – im Mai 1946 – trafen sich dann 17 alte Sassen und beschlossen, Duisbargum wieder auf­zurichten. Und wie damals üblich, brauchte man eine Genehmigung der Besat­zungsbehörde, die schon am 26. im Heumond (Juli 1946) zugestellt wurde. Die schon genannten Sassen trafen sich dann zunächst regelmäßig im profanen Theaterkeller. Es wurde also alles wieder aufgebaut.

Kräftig wurde aufgebaut. Heute sippt das hohe Reych Duisbargum – Reychs-Nr. 242 – in einer eigenen Burg. Rheintrutz,  wohl eine der schönsten Burgen im Uhuversum. Regelmäßige Kontakte zu Nachbarreychen und auch die häufigen Ausritte in andere Reyche sorgen für reges schlaraffisches Treiben. Und daß es so bleiben möge, das walte Uhu!

 

Quellle: Chronik des h. Reyches Duisbargum von seinen Anfängen bis a.U. 89, verfaßt von Rt Tollhähnchen anläßlich des 25. Reychsgründundungsfestes