­In arte voluptas

 

Was ist Schlaraffia?


In arte voluptas: In der Kunst liegt die Freude. Das ist der Leitspruch der Schlaraffia. Wie kam es zur Schlaraffia? Gehen wir zurück bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts. In Prag wurde sehr viel deutsch gesprochen und es gab auch das damals sehr bekannte Deutsche Theater. Es herrschte ein reges künstlerisches Leben und Treiben, dessen Sammelpunkt ein Verein namens „Arcadia“ war. Und wegen interner Querelen gründete sich aus diesem Verein heraus ein Club – zunächst ohne Statuten – deren Mitglieder sich auf Initiative des Opernsängers Albert Eilers am 10. Oktober 1859 mit Hand und Wort verpflichteten, treu und fest zusammen zu halten. Sie gaben ihrem neuen Verein den Namen Schlaraffia.

In den nun stattfindenden Versammlungen gab es poetische Vorträge, es wurden Lieder gesungen und ein reges geselliges Treiben wurde gepflegt. Vor allem sollte die Freundschaft hochgehalten werden. Um mit Spott und Ironie die Eitelkeiten dieser Welt lächerlich machen zu können, wurde für die Zusammenkünfte ein recht pomphaftes Zeremoniell eingeführt. Die Ver­einsmitglieder, also die Schlaraffen, wählten aus ihrer Mitte die Ober­schlaraffen, die mit großer Weisheit absolut über die gehorsame Versamm­lung herrschten. Oberster Herrscher mit absoluter Weisheit wurde der Uhu.

Bald nach der Gründung entwickelte sich das Versammlungs-Zeremoniell zu einem Spiel im Gewand des mittelalterlichen Rittertums. Das entsprach dem damaligen Zeitgeist, denn die Mitte des 19. Jahrhunderts war stark geprägt durch hochromantische Verklärungen des Rittertums im Mittelalter. Im besonderen Maße galt das natürlich für Künstlerkreise. So entwickelte sich das schlaraffische „Ceremoniale“ als Spiel für Spaß, Parodie und Humor. Später wurden auch die Stände der Knappen, Junker und Ritter eingeführt.

Der schlaraffische Gedanke hat sich etabliert. Durch Umzug von Künstlern und Schriftstellern in andere Städte entstanden nun weitere örtliche Vereine (Reyche), so in Berlin 1865, in Leipzig 1872, in Graz 1873, in Breslau 1876, und so ging es weiter. Schließlich fand 1876 die erste große Schlaraffen­tagung (Concil) statt. Hier wurde im Grunde genommen der Verband Allschlaraffia geschaffen, der alle örtlichen Vereine (Reyche) umfaßt. Noch etwas zur schlaraffischen Zeitrechnung: Das Jahr 1859 ist schlaraffisch a.U.1, dementsprechend das Jahr 2010 a.U.151.

Seit Gründung des Bundes Allschlaraffia gab es gewaltige gesellschaftliche Veränderungen und enormen technischen Fortschritt. Das Kaiserreich und die Weimarer Republik sind Geschichte. Und obwohl der Bund Allschlaraffia stets unpolitisch war und auch noch ist, wurden die Schlaraffenreyche regelrecht drangsaliert, zum Teil auch verfolgt und enteignet. Gleiches gilt auch für die ehemalige DDR. Umso mehr sind die Schlaraffen zu bewundern, die über viele Jahre den schlaraffischen Geist hüteten und pflegten. Aber der Grundge­danke an Heiterkeit und Freude an der Kunst hat sich über alle Jahre erhalten, Uhu sei es gedankt.

 

Quellen:                                                                                                               "Schlaraffia von AHA bis Z" von Rt Per-sie-Flasch (Stuttgardia)                        "Das schlaraffische Spiel" von Rt Juppiter (CastrumBonnense)           "Urgeschichte Schlaraffias" von Rt Vitruvius (Baruithia)                                        "Das schlaraffische Wunderland" von Rt Eulenspiegel (Stuttgardia)               

 

 

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